Neumarkttunnel: Innenaufnahme zum Zeitpunkt der Eröffnung im Dezember 1964. - Im Jahr 2012 beschloss der Stadtrat den Rückbau des Tunnels, welcher im Jahr 2016 abgeschlossen wurde.
Fotograf: Wolfgang Eidtmann. Bildquelle: Museumsquartier Osnabrück, Signatur MQ4_ F-01714.
Fußgänger nutzen den Eingang des Neumarkttunnels am Landgerichtsgebäude. Im Hintergrund ist reger Straßenverkehr zu beobachten. Der Tunnel bot die einzige sichere Möglichkeit zur Querung der Straße.
Fotograf: Emil Harms. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Dep 104 VI Harms Nr. 191.
Ein Blick auf den nördlichen Teil der Johannisstraße zeigt die Zeit vor der Umwandlung zur Fußgängerzone, die 1980 erfolgte. Neben dem Landgerichtsgebäude warten zwei Reihen von Fahrzeugen. Auf beiden Seiten der Einmündung verhindern Absperrungen, dass Fußgänger auf die Straße laufen. Am „Kachelhaus“ (Hausnummer 63/64) findet sich eine Werbeeinladung zum Einkauf ohne Parkplatzprobleme.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Erw A 62 Akz. 2017/67 Nr. 8.
Hier ist noch das reich verzierte Fachwerkgebäude aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zu sehen, in dem sich Gasthof Joseph Hülsmann befand. Es wurde 1944 im Krieg zerstört. Der Blick in den Innenhof des Landgerichts war ungehindert möglich. - Im Nachkriegsbau (Hausnummer 58/59) entstand die "Gerichtsklause" mit Hotel Meyer, aktuell Edeka Kutsche (Hausnummer 58).
Fotograf: Rudolf Lichtenberg. Bildquelle: Museum Industriekultur Osnabrück, MIK_Bestand Rudolf Lichtenberg.
Das Bild zeigt eine kolorierte Ansicht, die an einigen Stellen retouchiert wurde. Der Neumarkt ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht in seiner heutigen Form vorhanden; lediglich als schmale Straße führt der Neue Graben rechts ab. Im Eckgebäude mit den Arkaden (Hausnummer 63/64) befand sich das Hotel Bavaria.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Museumsquartier Osnabrück, Postkartensammlung.
Der prachtvolle Renaissancebau (Hausnummer 70) an der Einmündung der heutigen Seminarstraße wurde vermutlich für Gotthard von Fürstenberg, Kanzler des Bischofs Phillip Sigismund, gebaut. Caspar Ferdinand von Biegeleben war später Besitzer, was den Namen "Hof von Biegeleben" prägte. Er ist ein Beispiel für zahlreiche Adelssitze, die sich in der Neustadt befunden hatten. Die großzügigere Bebauung im Vergleich zur Altstadt ließ Platz für repräsentative Stammsitze bzw. Stadtniederlassungen adeliger Familien aus der Osnabrücker Umgebung.
Fotograf: Rudolf Lichtenberg. Bildquelle: Museumsquartier Osnabrück, Signatur MQ4_F-00985 (Ausschnitt).
An der Bushaltestelle vor der Einmündung der Seminarstraße. Die Spiegelung der Kirche im Schaufensterglas ist verwirrend, weil sie in die falsche Richtung zu verweisen scheint, doch im heute dort befindlichen Schaufenster des Restaurants "Imza Ocakbasi" (Hausnummer 69) ist die optische Wirkung auch heute noch zu beobachten.
Fotograf: Kurt Löckmann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS A 70 1960 Blatt 848.
Der hier abgebildete Bereich war bei einem Luftangriff am 10. August 1942 stark zerstört worden; vier Geschäftshäuser und 13 Wohngebäude waren betroffen. Wir sehen Schuhhaus Lücke (Hausnummer 46/47), Fleischerei Lukosch und das Miederwarengeschäft Thalysia (Hausnummer 45) sowie die provisorischen Bauten der Gebrüder Leffers. Im Hintergrund ist das Waisenhaus St. Johann zu sehen.
Fotograf: Kurt Löckmann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS A 70 1955 Blatt 351.
Etwa fünf Jahre später ein Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite, mit bescheidener Weihnachtsbeleuchtung. Ganz rechts vor der Einmündung der Großen Rosenstraße das Hotel-Restaurant Braunschweiger Hof (Hausnummer 78). Im Eckhaus gegenüber (Hausnummer 79) führte der Fotograf Georg Bosselmann sein Fotostudio. Daneben, in den Hausnummern 80/81, war die Möbeltischlerei Sandkühler ansässig. Das Schuhhaus Bröcker befindet sich bis heute an seinem Standort in Hausnummer 82. - Auf dem Gehweg erinnert ein sog. Stolperstein - ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig - an das Schicksal der NS-Opfer Johanna Bloch und Max Krause.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Museum Industriekultur Osnabrück, MIK_Johannisstraße Weihnachten.
Während des Wiederaufbaus des Hauses von der Haar (Hausnummer 87) mussten die Fußgänger die Straßenseite wechseln, worauf ein handgemaltes Schild hinweist.
Fotograf: Kurt Löckmann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS A 70 1963 Blatt 522.
Die Johanniskirche mit sichtbaren Spuren der Kriegszerstörung. Der Wiederaufbau dauerte bis zum Jahr 1956.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Museumsquartier Osnabrück, Signatur MQ4_F-00861.
Kinder posieren für ein Foto der Johannisfreiheit - kein Fahrzeug stört das Bild. Im Hintergrund der um 1875 erbaute Wohnsitz der Familie Wieman (Hausnummer 90), das zum weit in die Süsterstraße hineinreichenden Besitz gehörte, den der Senator Franz Mathias Wieman um 1830 von Gustav Bernhard von Moltke erworben hatte. Nach seinem Sohn, dem Lohgerber Carl Philipp Wieman, ist die C.P. Wieman-Stiftung benannt, die bis 2020 existierte. Das Haus und der Adelshof wurden erst eine Woche vor Einmarsch der alliierten Truppen zerstört.
Fotograf: Rudolf Lichtenberg. Bildquelle: Museum Industriekultur Osnabrück, MIK_Bestand Rudolf Lichtenberg.
Die Johannisfreiheit mit zahlreichen parkenden Autos. Der Blick geht in die Süsterstraße. Im Vordergrund steht ein 1927 von Karl Engelen erbauter Flachbau mit Rundbögen, in dem Geschäfte wie Rudolf Lüer untergebracht waren; im Krieg wurde er zerstört. Dahinter befindet sich Haus Wieman (Hausnummer 90, s. voriges und nächstes Bild).
Fotograf: Rudolf Lichtenberg. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Erw A 62 Akz. 2017/67 Nr. 394.
Die Süsterstraße mündet von links in die Johannisstraße. Vor der Ruine von Haus Wieman (Hausnummer 90) steht ein Verkaufsstand „Imbißecke“. Auch von den früheren Engelenschen Läden sind Reste abgetragener Ruinen zu erkennen.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Erw A 62 Akz. 2017/67 Nr. 584.
An der Weinhandlung Hoberg (Hausnummer 92/93) weist eine weinlaubbekränzte Sandsteintafel "A. Hoberg 1798“ auf eine lange Tradition hin: Die Familie hat hier seit acht Generationen ihren repräsentativen Stammsitz. Das dazugehörige Wohnhaus mit der imposanten Freitreppe (Süsterstraße 3) wurde 1855 im neoromanischen (Rundbogen-) Stil errichtet. Hier abgebildet der Zustand nach dem Wiederaufbau, bei dem das Gebäude unter anderem durch den Anbau des Arkadengangs verändert wurde. - Wie die Weinhandlung bei Kriegsende geplündert wurde und in welchem Zustand sich das Haus befand, ist noch bis zum 17. Mai auf einem Foto in der Ausstellung „Zwischen Ende und Anfang. Osnabrück 1945. Werke von Franz Josef Langer“ im Museum Industriekultur Osnabrück zu sehen.
Fotograf: Ilsetraut Lindemann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Sinatur NLAOS Erw A 38 Akz. 46/1996 Nr. 107 Aufnahme 7.
Das Bild entstand während der "Schweizer Woche", einem einwöchigen Straßenfest mit Schwerpunkt in der Johannisstraße. Die Schweizer Woche war ein Beitrag des Einzelhandels zur 350. Wiederkehr des Westfälischen Friedens und sollte daran erinnern, dass die Schweiz mit dem Friedensschluss ihre Unabhängigkeit vom Deutschen Reich erlangt hatte. Für die Geschäftsleute in der Johannisstraße markierte es das Ende von Straßenbauarbeiten, die zu einer neunmonatigen Sperrung geführt hatten. Diese hatten zu erheblichen Umsatzeinbußen, Konkursen und Inhaberwechseln geführt.
Fotograf: Michael Hehmann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Slg. 71 Nr. 7 Bild 13.
Die Straßenbahnschienen sind gerade beseitigt, die Straße frisch renoviert mit Parkbuchten, es gibt noch Oberleitungen. In den Parkbuchten ein DKW 1000 und ein Ford 17 M. Das auffällige Gefährt mit dem Abgasrohr ist nicht zu identifizieren - möglicherweise eine Teermaschine. Parkend außerdem ein DKW-Schnelllaster. - Von rechts nach links auf der rechten Straßenseite: Elektro Meinert (Hausnummer 101), Bücher Eicholt und Kassen Spühr (Hausnummer 102), Samen Frese und Reinigung/Färberei Croon (Hausnummer 103). Zum ersten Haus auf der linken Seite s. nächstes Foto. Bei dem Baugerüst etwas weiter hinten könnte es sich um die Abstützung der klassizistischen Fassade von Haus Gösling handeln (Hausnummer 19/20, s. Bild 36).
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Slg. 71 Nr. 10 Bild 9.
Zu diesem Foto hieß es am 8. Januar 1954 in der Zeitung: "Johannisstraße mitten im Aufbau. Der Boulevard der Neustadt hält mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt.". Gemeint ist das imposante Geschäftshaus von Theodor Hehemann (Hausnummer 28/29) mit moderner Fassade und großen Schaufenstern, u.a. für Übersee-Kaffee, Spirituosen und Süßwaren. Davor parkt ein Opel Kapitän. Rechts und links noch umgeben von Baulücken und Ruinen.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Slg. 71 Karton 55 Aufnahme 3.
Der Bereich ab Hausnummer 94. Bis zur Einmündung der Goldstraße: Ihr Platz, Optik Mondorf, Hubertusschänke, Debeka (Hausnummer 98/99). In diesem Bereich befand sich zum damaligen Zeitpunkt noch eine Bushaltestelle.
Fotograf: unbekannt. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Slg. 71 Nr. 12 Bild 6.
Richtfest beim Wiederaufbau von Karl Tiemanns Nähmaschinenfachgeschäft und Reparaturwerkstatt (Hausnummer 100), heute in vierter Generation geführt. Im linken Gebäudeteil war Strumpf Seidel untergebracht. Ganz rechts vor der Einmündung der Goldstraße (Hausnummer 99): Tapeten - Farben - Lacke E. Krämer. - An der Vorgeschichte mancher Häuser kann man erkennen, dass die Johannisstraße Anziehungskraft für einflussreiche Osnabrücker Bürgerfamilien besaß – so auch hier: In einem Vorgängerbau hatte Familie Tenge seit 1697 ihren Wohnsitz, (vgl. Spilker/Tost 2007).
Fotograf: Georg Bosselmann. Bildquelle: Museum Industriekultur Osnabrück, MIK_Bestand Georg Bosselmann.
Die Hausnummern ab 101 (aufsteigend) mit entgegenkommender Straßenbahn, also nach 1906. Rechts Möbelhandlung Marie Schröder, Hutmanufaktur Heinrich Meyer. Links daneben in Hausnummer 102 seit 1727 das Stammhaus der Familie Stüve. In den Hausnummern 103-105 befand sich die Zigarrenfabrik R. und C. Wüste, in Hausnummer 108 (etwa auf Höhe der Straßenbahn) die Gerberei und Lederfabrikation Weitkamp. - In den Jahren 1938-1939 war eine Außenstelle des Sicherheitsdienstes/Geheimdienstes der SS im Haus Nr. 103 untergebracht.
Fotograf: Rudolf Lichtenberg. Bildquelle: Museum Industriekultur Osnabrück, MIK_Bestand Rudolf Lichtenberg.
Zu sehen ist ein Friseur vor seinem Geschäft in Hausnummer 23 und zwei repräsentative Häuser, die Stadtbaumeister Wilhelm Richard 1849 an der Johannisstraße 21/22 im modernen Rundbogenstil errichtete: die Hammersen-Häuser. Christoph Hermann Hammersen hatte sich bereits 1833 als Blaufärber und Blaudrucker in der Johannisstraße 24 niedergelassen. Von 1840 bis 1869 war sein Bruder Friedrich Heinrich Mitinhaber, und beide betrieben eine Baumwollweberei und Färberei. Ab 1869 nutzte Friedrich Heinrich Hammersen das Hinterhofgelände für den Aufbau einer Baumwollweberei und -färberei, die in ihren besten Zeiten bis zu 50 Arbeiterinnen und Arbeiter an bis zu 45 Webstühlen beschäftigte, bevor die Expansion schließlich 1893 zur Auslagerung an die Iburger Straße führte, wo bis zu 800 Webstühlen ratterten. Erst in den Jahren 1924 und 1927 wurden die Schlichtekocherei, das Maschinenhaus, das Pumpenhaus, das Trockenhaus, das Farbwarenlager und das Portierhaus abgerissen, während einige Gebäude wie z.B. die Bleicherei und das Speise- und Waschhaus umgebaut wurden. - Die ehemaligen Wohnhäuser der Brüder überstanden den Krieg nicht. An ihrer Stelle stehen heute ein O2-Laden und die Gaststätte "Ewige Lampe", rechts daneben das Ärztehaus mit der Salzmarkt-Apotheke.
Fotograf: Rudolf Lichtenberg. Bildquelle: Museumsquartier Osnabrück, Signatur MQ4_ F-00995.
Reges Treiben auf der Johannisstraße im Bereich der Kreuzung mit dem Petersburger Wall, Blick in Richtung Rosenplatz. Links: Eisenwaren J.R. Erdbrink (Hausnummer 1), daneben Hotel Restaurant Vennemann, Lichthaus P. Tomoor, Piepmeyer Zigarillofabrik , Radio Hermann Haarmann (Hausnummern 144-142).
Fotograf: Kurt Löckmann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS A 70 1957 Blatt 480.
Freier Blick auf den Rosenplatz und das Filmtheater Rosenhof. Nach dem Abbau der Straßenbahnschienen werden das Straßenpflaster erneuert und Ampelanlagen errichtet.
Fotograf: Kurt Löckmann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS A 70 1960 Blatt 728.
Über die Johannisstraße - vom Rosenplatz in Richtung Neumarkt
Unser Rückweg vom Rosenplatz zum Neumarkt startet mit einem Foto, das das ganze Ausmaß der Kriegszerstörung zeigt. Er wurde von der Eisenbahnbrücke auf der Iburger Straße aus aufgenommen. Rechts im Bild ein Akzisehaus, das heute noch in umgebauter Form existiert und von den Stadtwerken genutzt wird.
Fotografin/Repro: Ilsetraut Lindemann. Bildquelle: Niedersächsisches Landesarchiv Standort Osnabrück, Signatur NLAOS Erw A 38 Akz. 2019/81 Nr. 9.























